Spirulina – die blaugrüne Mikroalge

(Quelle: FlickrCC - Autor: PWRDF
(=lat. spirulina platensis). Die Spirulina (wegen ihrer Spiralenform) ist die bekannteste Mikro-Alge, seit Jahrtausenden in unterschiedlichen Kulturen als Lebensmittel verwendet. Sie liefert eine stark basische Nahrung, was der allgemeinen Übersäuerung unserer Körper entgegenwirkt.
Ihre blaugrüne Färbung verdankt sie neben dem Chlorophyll (grün) vor allem dem Phycocyanin (blau), einem Polypeptid. Phycocyanin nimmt Einfluß auf die Stammzellen des Rückenmarks und so auf die Blutbildung. Spirulina-Algen werden heute noch bei Kindern in Tschernobyl eingesetzt, die unter verschiedenen Formen der Verstrahlung leiden und mit Spirulina sehr oft ein verbessertes Allgemeinbefinden erlangen konnten.
Über 50 Vitalstoffe, alle 8 essenziellen Aminosäuren und 10 nicht-essenzielle Aminosäuren, über 2.000 lebensnotwendige Enzyme sind in der cirka 0,3 Millimeter großen Spirulina enthalten. Hinzu kommt die ungesättigte Fettsäure Gamma-Linolensäure, die zur Gruppe der Omega-6-Fettsäuren gehört. Und die Nukleinsäuren RNS (Ribonukleinsäure) und DNS (Desoxiribonukleinsäure). Es ist bis heute keinem chemischen Labor gelungen, diese Vielfalt nachzubasteln. Die Spirulina Alge ist demnach ein perfektes Lebensmittel, dessen Inhaltsstoffe zu 98 Prozent von unserem Organismus aufgenommen – verstoffwechselt – werden können.
Spirulina – Urnahrung – Green Food
Zur Algenfamile gehören mikroskopisch kleine, aber auch riesig große, meterlange Mitglieder. Algen sind überall zu finden: In jedem Tropfen Wasser, in Gletschern und heissen Quellen, auf Felsen und Bäumen, in der Luft und im Erdboden. Sie weisen eine beeindruckende Vitalität auf und haben als Sauerstoff-Lieferant für unseren Lebensraum allergrößte Bedeutung. 90% des Sauerstoffs unserer Atmosphäre werden von Algen produziert.
Bereits vor 4.000 Jahren empfahlen chinesische Ärzte bestimmte Algen als Gesundheitskost. Die Azteken verwendeten die Spirulina-Algen aus dem Texcoco-See, um sonnengetrocknete kleine Kuchen zu backen. Noch heute wird dies vom Kanembu-Stamm am afrikanischen Tschad-See praktiziert. Die Kuchen werden dort auf dem Marktplatz als Suppenwürfel zum Kochen angeboten. Die Kinder dieses alteingesessenen Stammes zeigen keinerlei Merkmale von Unterernährung. – Während im übrigen Afrika Unterernährung weit verbreitet ist.
Algen stehen nicht nur am Anfang der Evolution, am Anfang des Lebens auf der Erde, sondern auch am Anfang der gesamten Nahrungskette. Sie sind also im wahrsten Sinne UR-NAHRUNG. – Je komplexer (auch denaturierter) die Nahrung, desto geringer wird ihr Nährwert und desto belasteter ist heutzutage ihr Anteil an Giftstoffen. Deshalb empfehlen fortschrittliche Ernährungsberater: “Zurück zur Ur-Nahrung”.
Fest steht, dass keine anderen Lebensmittel eine derartige Vielfalt von Vitalstoffen aufweisen wie bestimmte Algenarten. Vor allem die Süßwasser-Algen Spirulina und Chlorella sowie die AFA-Alge(aphanizomeon flos-aqua) sind für die menschliche Ernährung bedeutungsvoll. – Während vor allem die Spirulina in Japan und den USA bereits zum Standard einer gesunden Ernährungsweise gehört, tun sich die Europäer derzeit noch ein wenig schwer(er).
Spirulina – Die Vitalstoffe

(Quelle: FlickrCC - Autor: Jamie
Vitalstoffe ist ein Oberbegriff für jene Stoffe, die unbedingt notwendig sind, um ein “Funktionieren” biologischer Reaktionen im Stoffwechsel zu gewährleisten. – Zu den Vitalstoffen gehören die (vom Körper nicht selbst herstellbaren)essenziellen Aminosäuren und die ungesättigten Fettsäuren, ausserdem Vitamine, Spurenelemente, Mineralien, Enzyme, Hormone und die Sekundären Pflanzenstoffe.
Vitalstoffe werden dem Körper zum größten Teil über die Nahrung zugeführt, bestenfalls durch den Verzehr von Lebensmitteln. Eine wichtige Rolle bei der Aufnahme und Verwertung der Vitalstoffe aus den Lebensmitteln spielt Wasser. Es übernimmt so wichtige Aufgaben wie den Transport der Vitalstoffe in die Zellen und den Abtransport der “Abfallprodukte” aus den Zellen.
In der Spirulina Alge finden sich folgende Vitalstoffe / Inhaltsstoffe:
Essenzielle Aminosäuren:
Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin.
Nichtessenzielle Aminosäuren:
Alanin, Arginin, Aspartinsäure, Cystin, Glutaminsäure, Glycin, Histidin, Prolin, Serin, Tyrosin.
Essenzielle Fettsäuren:
Linolsäure, insbesondere Gamma-Linolensäure (die zur Gruppe der Omega-6-Fettsäuren gehört). Neben Spirulina ist diese ungesättigte Fettsäure in nur sehr wenigen Lebensmitteln enthalten, unter anderem in Muttermilch, Borretsch- und Nachtkerzenöl.
Pflanzenfarbstoffe:
Carotinoide (orange), Phycocyanin (blau), Chlorophyll (grün).
Vitamine:
Provitamin A (Beta-Karotin),
Vitamin E (Tocopherol),
Vitamin B1 (Thiamin), Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin B3 (Niacin), Vitamin B5 (Pantothensäure), Vitamin B6 (Pyrodoxin), Vitamin B12 (Cobalamin). Für Vegetarier interessant, dass das Vitamin B12 nicht nur in tierischen Produkten enthalten ist, wie viele “Ernährungsratgeber” immer noch darstellen …
Folsäure: ein besonders sauerstoff- hitze- und lichtempfindliches Vitamin.
Biotin: als “Haut- und Haarvitamin”, in Spirulina aber im natürlichen Verbund.
Mineralstoffe:
Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen, Phosphor, Natrium.
Spurenelemente:
(als Untergruppe der Mineralstoffe) Zink, Kupfer, Mangan, Chrom, Selen, Germanium.
Nukleinsäuren:
RNS (Ribonukleinsäure), DNS Desoxyribonukleinsäure)
Chlorophyll in der Spirulina Mikroalge

(Quelle: FlickrCC - Autor: Rebecca L. Daily)
Alle Ur-Nahrung (Algen, Getreidegräser) ist besonders reich an Chlorophyll. – Die große Bedeutung des Chlorophylls für die menschliche Ernährung geht auf erste Forschungen von Priestley im Jahre 1780 zurück und ist in den letzten Jahren immer besser erkannt worden.
Chlorophyll, das Blattgrün der Pflanzen, ist essenziell (notwendig) für alles Leben auf unserem Planeten. Es wird schon seit langem auch als “Blut der Pflanzen” bezeichnet. Im Prozess der Photosynthese machen sich die Pflanzen das Sonnenlicht mittels Chlorophyll nutzbar. Es hilft den Pflanzen beim Reinigen der Luft und erhöht die Sauerstoffwerte. Chlorophyll ist ein Pigment, mit dem Pflanzen einfallendes Sonnenlicht speichern, um dann aus Wasser und Kohlendioxid Kohlenhydrate herzustellen.
Besonders interessant ist, dass die chemische Struktur des Chlorophylls fast identisch ist mit dem Hämoglobin des Blutes, dem roten Blutfarbstoff also, der für den Transport / die Bildung von Sauerstoff und seine Abgabe in die Haargefäße der Gewebe erforderlich ist. Chlorophyll und Hämoglobin unterscheiden sich in ihrer Molekularstruktur nur dadurch, dass Magnesium den Kern des Chlorophyll-Moleküls bildet, Eisen den Kern des Hämoglobins. – Fest steht, dass das Chlorophyll eine sauerstoffanreichernde Wirkung im Blut hat. Es unterstützt das Immun- und Zirkulationssystem, reinigt und entgiftet den gesamten Organismus. – Für den “Blau-Anteil” der blaugrünen Spirulina ist das Pigment Phykozyan verantwortlich, das ebenfalls an der Photosynthese beteiligt ist.